Historie

Seit dem 1. Januar 2006 sind das Straßenbauamt Nürnberg und das Staatliche Hochbauamt Nürnberg II zum Staatlichen Bauamt Nürnberg zusammengefasst.

Die Aufgaben des staatlichen Straßenbaus und des Hochbaus werden nunmehr vom Staatlichen Bauamt Nürnberg wahrgenommen.

Fachbereich Straßenbau

Die Anfänge des behördlichen Straßenbaus in Nürnberg reichen bis zum Jahr 1872 zurück. In diesem Jahr wurde das Straßen- und Flussbauamt Nürnberg gegründet. Der Dienstsitz lag zusammen mit dem Landbauamt in der Königsstraße 70. Der Zuständigkeitsbereich umfasste in etwa die heutigen Landkreise Fürth, Roth, Nürnberger Land, Weißenburg und Eichstätt. In diesem Gebiet wurden die Staats- und Distriktsstraßen einschließlich aller Bauwerke und Nebenanlagen und als Besonderheit auch der Ludwigskanal betreut.

Im Jahr 1907 wechselte das Straßen- und Flussbauamt in neue Diensträume in die Sandstraße 20. Durch die nach dieser Zeit einsetzende zunehmende Motorisierung wuchsen die Schäden an den nach heutigen Maßstäben unbefestigten Straßen und machten neue Entwicklungen in Straßenaufbau und -befestigung erforderlich. Diese positive Entwicklung wurde durch den 1. Weltkrieg und dessen Folgen wieder zunichte gemacht, so dass der Straßenzustand Mitte der 30er Jahre dem vor dem 1. Weltkrieg vergleichbar war.

Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde die Straßenbauverwaltung zentralisiert und dem Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen unterstellt. Diese hatte ihren Schwerpunkt im Ausbau des Autobahnnetzes, die Reichsstraßen wurden als weniger wichtig angesehen.

Ab Juni 1935 wurde das Straßen- und Flussbauamt in die Blumenstraße 17 verlegt. Dieses Gebäude wurde 1945 bei einem Bombenangriff zerstört und das Bauamt provisorisch in der Oberfichtenmühle bei Rednitzhembach untergebracht.

Nach Ende des 2. Weltkrieges konnten im Juni 1946 die wiederhergestellten Diensträume in der Blumenstraße 17 wieder bezogen werden. Durch den sehr großen Wiederaufbaubedarf musste die Effizienz der Bauverwaltung gesteigert werden. In der Folge wurden die Flussregulierungsaufgaben dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg übertragen und unser Amt in Straßenbauamt Nürnberg umbenannt.


1962 zog das Straßenbauamt Nürnberg in das neu erstellte Ämtergebäude in der Flaschenhofstraße 53 ein. In dieser Zeit wurde der Straßenbetriebsdienst neu organisiert und Straßenmeistereien eingerichtet. Damals betreuten acht Straßenmeistereien 307 km Bundes-, 1057 km Staats- und 427 km Kreisstraßen. Nach der Gebietsreform 1972 wurden die Amtsbezirke neu gegliedert. Dieser umfasste nun die Landkreise Fürth, Roth, Nürnberger Land und Erlangen - Höchstadt.

Schwerpunkt der Tätigkeit war in dieser gesamten Zeit der Ausbau der Bundes- und Staatsstraßen in diesem Bereich, insbesondere die Haupt - Einfallstraßen in den Ballungsraum Nürnberg wurden massiv ausgebaut, um den verkehrlichen Anforderungen entsprechen zu können.

In den 80er Jahren wurden weitere Bereiche für die Verkehrssteuerung in die Arbeit den Straßenbauamts mit einbezogen, zusammen mit der Autobahndirektion Nordbayern und der Stadt Nürnberg wurden Telematiksysteme entwickelt und ausgeführt.


Fachbereich Hochbau

Eine bewegte Vergangenheit liegt hinter dem Fachbereich Hochbau des Staatlichen Bauamtes Nürnberg. Die Anfänge reichen weit in das 19. Jahrhundert in den Bereich des Militär- und Kriegswesens zurück. Aus dem ursprünglichen Festungs- und Garnisonsbauwesen gingen dann Anfang des 20. Jahrhunderts 14 Militärbauämter aus dem Ressort des Bayerischen Kriegsministeriums hervor, die nach dem 1. Weltkrieg als Reichsvermögensämter an das Reichsschatzministerium übergeführt wurden. Im März 1923 wurden schließlich die aus den Reichsvermögensämtern hervorgegangenen Reichsbauämter den Landesfinanzämtern in Bayern zugeordnet.

Das Reichsbauamt Nürnberg war fortan bis ins Jahr 1937 im Anwesen Augustinerstraße 2 in Nürnberg untergebracht. Die Zuständigkeit erstreckte sich bereits neben den militärischen Bauaufgaben auch auf die Errichtung von Verwaltungsgebäuden und Schulungseinrichtungen für die Finanz- und Zollverwaltung.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Bauamt in die Verwaltungsbefugnis der Länder übergeführt und dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen zugeordnet. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland erfolgte im Jahr 1949 die Umbenennung in Finanzbauamt; dabei wurden auch dem Amt die Bauaufgaben für die Stationierungsstreitkräfte zugeteilt. Der Amtsbezirk umfasste in etwa die heutigen Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken, einschließlich des Gebietes Eichstätt.

Mit dem Abschluss des Verwaltungsabkommens der Länder wurden ab dem Jahr 1954 die Bundesbauaufgaben den Landesvermögens- und Bauabteilungen der Oberfinanzdirektionen und den ihnen unterstellten Finanzbauämtern übertragen. Neben der allgemeinen Finanz-, Arbeits- und Zollverwaltung, sowie den US-Streitkräften, kam 1956 die Bundeswehr nach ihrer Gründung als bedeutender Auftraggeber hinzu. In den 50er Jahren bezog das Finanzbauamt seinen Dienstsitz im Ämtergebäude an der Sandstraße 20.

Mit der Gebietsreform 1972 in Bayern wurde die Zuständigkeit des Bauamtes auf den Regierungsbezirk Mittelfranken beschränkt. Als größte Baumaßnahme konnte in den 90er Jahren der Neubau für die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg mit einer Größenordnung von 120 Mio. Euro durchgeführt werden.

Die Fusion der Staats- und der Finanzbauverwaltung führte die Finanzbauämter dem Zuständigkeitsbereich des Staatsministeriums des Innern zu. Die Umbenennung erfolgte im Jahr 1997 in Staatliches Hochbauamt Nürnberg II; hierbei wurden zivile Maßnahmen im Raum Ansbach an das dortige Bauamt abgetreten.

Nach 40 Jahren an der Sandstraße verlegte das Bauamt Mitte des Jahres 1999 seinen Dienstsitz an den Zollhof 6 in Nürnberg, den es nach der Fusion mit dem Straßenbauamt zum Staatlichen Bauamt Nürnberg beibehielt. Der Schwerpunkt der Arbeit des Fachbereichs Hochbau in den nächsten Jahren liegt in den militärischen Baumaßnahmen des Bundes und der US-Streitkräfte.